„Querdenker machen Kultur“ 2016 - Musikalische Reise um die Welt

DSC 0027Französische Klänge klingen durch den Raum. Im Takt bewegen sich die Mädchen und Jungen, nehmen sich in den Arm, sehen sich an, wenden sich ab, zerren aneinander, jeder Schritt sitzt – nahezu perfekt. Christof Düro ist zufrieden. Der Theater- und Filmschauspieler schaut zu Alex Bernhardt vom Verein Bewegungsküche aus Jena. Auch der hebt den Daumen. Nach einer Woche Tanz- und Theaterworkshop in der Krügervilla ist man auf einem guten Weg. „In einer Tanz- und Theaterwerkstatt kommen oft unverhoffte Talente zum Vorschein, zeigen Jugendliche eine Kreativität, die ihnen niemand zugetraut hätte“, sagt Düro. Deshalb ist er jedes Jahr so gerne hier in Neudietendorf, bei dem Projekt „Kultur macht stark“ des PARITÄTISCHEN Bildungswerks. Eigene Ideen und Wünsche der Teilnehmer stehen im Mittelpunkt, wenn es diesmal um eine musikalische und tänzerische Reise rund um die Welt geht.

Und dafür sind die Teilnehmenden in diesem Jahr gut gerüstet. Michelle beispielsweise spricht japanisch, andere beherrschen Spanisch, Arabisch, Französisch und Englisch. Zwei Jungen aus Syrien und zwei Mädchen aus Afghanistan geben dem Tanztheater-Workshop in diesem Jahr einen ganz besonderen internationalen Anstrich. Ebenso wie übrigens auch Martina Pavone. Die gebürtige Italienerin lebt in Istanbul und ist Stimmtrainerin. Sie übernimmt in der zweiten Woche des Workshops eine zentrale Rolle und hofft auf viel Spaß mit den jungen Menschen.

Pavone soll den Mädchen und Jungen zeigen, was sie mit ihrer Stimme anfangen können, wie sie sich stimmlich ausdrücken können, wie sie selbst die musikalische Untermalung zu einstudierten Theaterszenen gestalten können. Pavone, die langjährige Erfahrung im Stimmen-Training hat, ist überzeigt davon, dass jeder seine Stimme ausbilden kann. „Es ist eine Frage der Ausbildung und Erziehung“ sagt sie. „Die Stimme ist ein Instrument, wie ein Piano. Nur dass dieses Instrument eben in Deinem Körper ist“, sagt sie. Deshalb gehört für sie zu einem professionellen Sänger, einer professionellen Sängerin mehr als eine gut ausgebildete Stimme. Hinzukommen müssen eine ausgeprägte Persönlichkeit, Selbstbewusstsein und ein überzeugendes Auftreten. „Jede Stimme ist aber talentiert“, beschreibt sie ihre Herangehensweise, mit der sie schon große Erfolge erzielt hat.

Während Martina Pavone sich auf die Ausbildung der Mädchen und Jungen vorbereitet, proben diese gerade eine andere tänzerische Darbietung. Sie stellen sich zu einem Flugzeug auf, mit Rumpf, Flügeln und Cockpit. Die nötigen Geräusche zu dem Tanz wird ihnen die Stimmtrainerin aus Istanbul in den nächsten Tagen noch beibringen.
Christof Düro, Alex Bernhardt und Martina Pavone bringen es auch in diesem Jahr fertig, bei den jungen Menschen „die andere Seite zum Schwingen zu bringen“, wie Düro sagt. Sie schaffen es, die kreative Ader bei den jungen Menschen zu entdecken. Und die haben viel Spaß bei der Arbeit. „Einfach große Klasse“, sagt Michelle und wendet sich dann wieder dem Flugzeug-Tanz zu.

Das Projekt ist Teil des Bundesprogramms „Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Text von Hartmut Kaczamarek, Profiler des PARITÄTISCHEN Thüringen

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