Ergebnisse der Arbeitsgruppe "Inklusive Erwachsenenbildung"

IMG 9259Das PARITÄTISCHE Bildungswerk beteiligt sich seit 2015 an der ministeriellen Arbeitsgruppe "Inklusive Erwachsenenbildung". Im Rahmen dieser Arbeitsgruppe wurden u.a. Ziele der inklusiven Erwachsenenbildung erarbeitet sowie eine Fachtagung am 15.09.2016 in Erfurt initiiert.

Die Ergebnisse der Fachtagung und der empirischen Untersuchung mit Empfehlungen sind in der jeweiligen Dokumentation zusammengefasst.

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Erwachsenenbildung ohne Barrieren - Selbsterfahrung im Rollstuhl

 „Jedes Stöckchen, das im Weg liegt, kostet Kraft. Von Steigungen ganz zu schweigen.“Neudietendorf, 3. September 2015. „Jedes Stöckchen, das im Weg liegt, kostet Kraft. Von Steigungen ganz zu schweigen.“ Antje Schmidt hat es ausprobiert, wie man sich als Rollstuhlfahrerin fühlt. Zwar nur für wenige Minuten. Aber die Erfahrung, die die pädagogische Leiterin des PARITÄTISCHEN Bildungswerks an diesem Tag macht, ist nachhaltig. „Erwachsenenbildung ohne Barrieren“, heißt der neue Zertifikatskurs, dessen erstes zweitägiges Modul jetzt in der Krügervilla in Neudietendorf über die Bühne ging. „Bevor man über einen Abbau von Barrieren redet, ist es wichtig, für die Barrieren sensibilisiert zu werden“, sagt Antje Schmidt. Deshalb setzten sich alle KursteilnehmerInnen in den Rollstuhl und nahmen auch einen Stock in die Hand, mit dem sie sich – die Augen verbunden und geführt - durch das Haus der PARITÄT in Neudietendorf tasteten. „Die Selbsterfahrung ist wichtig“, unterstreicht auch Christin Bliedung vom PARITÄTISCHEN Bildungswerk und selbst Teilnehmerin des Kurses: „Man lernt, dass man sich auf den anderen verlassen muss“. Und sie fügt hinzu: „Es ist gut, dass wir diese Erfahrungen von zwei Expertinnen in eigener Sache vermittelt bekamen.“

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"Alle sollen sagen können: Ich habe verstanden": Erwachsenenbildung ohne Barrieren

Moser Portrait NeuDer Brief vom Finanzamt ist ein einziges Sammelsurium von nicht verständlichen Paragrafen, der Arzt-Patienten-Brief wimmelt nur so von medizinischen Fachausdrücken und auch im Mietvertrag für die neue Wohnung ist nicht alles so geschrieben, dass man es versteht. Marion Moser (Foto) kennt diese Fälle zur Genüge. Sie ist eine im deutschsprachigen Raum anerkannte Kapazität, wenn es um das Thema leichte Sprache geht. „Überall werden Menschen damit konfrontiert“, sagt die Expertin von „capito Graz“. Das Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, über barrierefreie Informationen zu sprechen und entsprechende Weiterbildungen anzubieten. Das Leitmotto von „capito“: „Wir wollen, dass in Zukunft alle Menschen sagen können, ich habe verstanden.“ Moser: „Aber noch ist das nicht so. Wichtige Informationen sind oft schwer verständlich. Viele Menschen können schwierige Texte nicht verstehen. Sie können deswegen in unserer Gesellschaft nicht gleichberechtigt leben.“

Moser ist eine der ReferentInnen bei dem Zertifikatskurs „Ein neuer Weg entsteht im Gehen – Erwachsenenbildung ohne Barrieren“, den das PARITÄTISCHE Bildungswerk in Kooperation mit der PARITÄTISCHEN Akademie, bith e.V. und dem Diakonische Bildungswerk Johannes Falk im September anbietet. Moser wird dabei im zweiten Modul über die barrierefreie Gestaltung und Bewerbung von Veranstaltungen referieren. Sie gibt auch Tipps, wie Texte leicht lesbar gestaltet werden können.

Bitte beachten Sie die geänderte Teilnahmegebühr (95 € für Teilnehmende aus Thüringen/120 € für Teilnehmende aus anderen Bundesländern).

Anhänge:
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NEUER ZERTIFIKATSKURS! „Ein neuer Weg entsteht im Gehen“ - Erwachsenenbildung ohne Barrieren

Anmeldeschluss: 18.08.2015

Alle Menschen sollen eineZert. EBn gleichberechtigten Zugang zur Bildung haben. Erwachsenenbildung ohne Barrieren dazu hat sich Deutschland verpflichtet. Bei Bildungsangeboten stoßen Menschen mit Beeinträchtigungen immer noch auf vielfältige Barrieren. Dies gilt auch für Angebote der Erwachsenenbildung. Gerade beim Lernen von Erwachsenen gibt es bisher nur sehr wenige barrierefreie Angebote. Nur wenige Einrichtungen, die Seminare, Workshops oder andere Veranstaltungen für Erwachsene durchführen, haben eine echte Willkommenskultur für Menschen mit Behinderungen. Dabei bietet mehr Barrierefreiheit einen Zugewinn für alle. Den Teilnehmenden mit und ohne Beeinträchtigungen wird das (gemeinsame) Lernen erleichtert. Die Einrichtungen können ihre Zielgruppen erweitern und die Qualität ihrer Bildungsangebote verbessern.

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